Kein Grund zur Aufregung!

Bei uns ist die Welt (am Holzmarkt) noch in Ordnung!

War im zweiten Quartal heuer vor allem die Holzabfuhr ein Problem, was uns große Sorgen bereitete und aufgrund von fehlenden Frächtern immer mehr vor Herausforderungen stellte, so konnten wir zumindest die Abfuhr so gestalten, dass wir keine Schutzspritzung an Holzpoltern durchführen mussten. Lange liegen gebliebene Holzpolter wurden trotz Verfärbungen zum Frischholzpreis abgerechnet. Unsere Qualitätssicherung bei der Holzübernahme durch Fotografieren aller Polter und detaillierte Bereitstellungen an die Sägewerke machten Reklamationen einfach.

Das dritte Quartal war in Teilen Bayerns hauptsächlich geprägt von Käfer- und Sturmkalamitäten. So waren die Käferfangzahlen der Forstverwaltung in diesem Jahr auf Rekordniveau und nur die kurze Kälteperiode im April/ Mai und der verregnete August verhinderte eine 4. Generation des Buchdruckers. In manchen Regionen schien man den Käfer nicht mehr im Griff zu haben. Dazu verursachte Sturmtief „Kolle“ im Landkreis Passau und Freyung-Grafenau rund 2,5 Millionen Festmeter Sturmholz. Dies alles verunsicherte viele Waldbesitzer und führte zusammen mit Urlaubszeit und schlechtem Wetter dazu, dass trotz sehr gutem Holzpreis die Einschlagstätigkeit über den Sommer eher verhalten war. Aber: Betrachtet man den Jahreseinschlag, welcher in Bayern bei durchschnittlich 15-20 Millionen Festmeter liegt, so fallen vor allem die Sturmholzmengen gar nicht so sehr ins Gewicht. Ein großer Teil ist aufgrund von Bruch und Faserrissen gar nicht sägefähig. Dazu kommt noch der Einschlagsstop der Bayerischen Staatsforsten. So ist aktuell auf dem gesamten Markt eigentlich nicht viel mehr Rundholz unterwegs, als in „normalen Jahren“. Außerdem rechnet die Holzbranche derzeit mit weiter steigenden Preisen auf den Abnahmemärkten. Auch der Absatz ins Ausland ist aktuell gut, weshalb die Schneidekapazitäten der Werke voll ausgereizt werden. Trotz der guten Aussichten am Absatzmarkt nutzten einige große Sägewerke das regionale Überangebot und die Angst der vom Käfer- und Sturm geschädigten Waldbesitzer im Süden, um Preisabschlüsse mit deutlichen Abschlägen durchzusetzen.

Die Forstverwaltung versucht dem Verkauf von Rundholz zu unterirdischen Preisen in den Schadgebieten entgegen zu wirken, indem Nasslager für größere Holzmengen angelegt werden und die Aufarbeitung in Großschadgebieten zeitversetzt über den ganzen Winter hinweg erfolgt.

Wir im Frankenwald waren glücklicherweise heuer wie auch schon letztes Jahr weitestgehend vom Käfer verschont geblieben. Auch die Sommerstürme hatten keine merklichen Auswirkungen auf unsere Wälder. Die Holzabfuhr funktionierte im dritten Quartal wieder sehr zügig und die Sortierung der Werksvermessungen war ebenfalls zufriedenstellend. Der Rundholzbedarf unserer Abnehmer im Nahbereich war ungebrochen groß und so konnten wir, trotz Preisverfall im Süden Bayerns, den Holzpreis auf dem hohen Niveau von teils 91€/fm bis einschließlich September halten.

In der neuen Verhandlungsrunde für die Preise fürs IV. Quartal 2017 und Teile des I. Quartals 2018 konnten wir für unsere Waldbesitzer im Gegensatz zu anderen Regionen Bayerns ein Absacken des Holzpreises verhindern und Preise von 84-88 €/fm zzgl. Mwst. im Leitsortiment bei der Fichte, je nach Aushaltung, Sortierung und Stärkeklassenabschlägen, sichern. Die Kiefer folgt weiterhin mit ca. 20€ Abstand. Somit ist der Holzpreis bei uns nach wie vor auf einem sehr guten Niveau. Nadelindustrieholz kann je nach Qualität weiterhin mit 25-30 €/Raummeter abgesetzt werden.

Das Wichtigste beim Holzeinschlag und -verkauf bleibt jedoch nach wie vor eine auf die Holzqualität abgestimmte Aushaltung und der für das jeweils bereitgestellte Sortiment geeignete Käufer. Dadurch, dass wir bei der WBV Verträge mit allen relevanten Abnehmern haben und diesen genau das Sortiment liefern, was sie brauchen und dementsprechend gut bezahlen, können wir unseren Mitgliedern für ihr Holz den bestmöglichen Preis bieten.

Zum Abschluss ein Appell: Gehen Sie in den Wald und machen Sie Holz! Der Preis passt! Die Jahreszeit passt!

Und dann pflanzen Sie Mischbaumarten in die Reinbestände!

Bevor es zu spät ist!

Nur wenn der Wald regelmäßig gepflegt, bewirtschaftet und auf den Klimawandel vorbereitet wird, bleibt er auch zukunftsfähig!

Warten Sie nicht, bis es zu spät ist und Käfer und Sturm ihre Bestände zerstören wie jetzt in anderen Teilen Bayerns! Verhindern Sie, dass das Erbe ihrer Kinder und Enkel zerstört wird!