Bündelung der Holzmengen = Mehrerlös für den Waldbesitzer

Die WBV Kronach–Rothenkirchen e.V. vermarktet jährlich für ihre 1350 Mitglieder eine Holzmenge von etwa 25.000 Festmeter.
Der Waldbesitzer erhält durch die Vermarktung über die WBV bestmögliche Holzpreise (mit aktuelle Holzpreise verlinken) bedingt durch:
• Bündelung der Holzmengen zu größeren Vermarktungseinheiten
• optimale Sortimentsaushaltung, abgestimmt auf die Wünsche der Sägewerke
• guten Überblick über den aktuellen Holzmarkt, aufgrund zahlreicher geschäftlicher Beziehungen mit der Holzabnehmerseite
• fast vollständige Weitergabe der erzielten Holzpreise an die Mitglieder (WBV als Verein hat nicht das Ziel einer maximalen Gewinnerzielung)

Langholz

Die Vermarktung von Stammholz erfolgt in der Regel nach Waldmaß. Das heißt, das Holz wird im Wald übernommen und nach der erstellten Holzliste verkauft.
Der Großteil des zu vermarkteten Langholzes wird an regionale Sägewerke verkauft.
Alle unsere Kunden kaufen Langholz nach Mittenstärkesortierung.

Für die Aushaltung gilt grundsätzlich:
• Mindestzopf 15 cm ohne Rinde
• Länge ab 10 m in ganzen Metern (zuzüglich 2 % Übermaß)
• Längen zwischen 6 und 9 m werden mitgenommen, erhalten jedoch einen preislichen Abschlag
• im Langholz anfallende Fixlängen (4 und 5 m-Abschnitte plus 10 cm Übermaß) werden zusammen mit dem Langholz verkauft. Diese jedoch vor dem Langholzpolter in Abfuhrrichtung poltern
• Beil- und nagelfeste Fäule (D-Holz) als 4 m-Abschnitt absägen
• Frisch- und Käferholz können gemeinsam gepoltert werden, wenn in der Holzliste die Güte des jeweiligen Stammes eindeutig ersichtlich ist
• Die Kiefer als Massensortiment wird nach der Mittenstärkesortierung als L B/C ausgehalten. Für die Verwendung als Bauholzkiefer wird vor allem Wert auf die Geradschaftigkeit gelegt

Die Lärche wird genauso sortiert wie die Kiefer. Bei gemischten Hieben geht die Lärche mit zum Kiefernpreis. Für Mengen ab 15 fm lohnt sich die getrennte Vermarktung, da sich so für reine Lärchenpartien deutlich höhere Erlöse erzielen lassen.

Kurzholz

Fixlängen sind das optimale Sortiment für Durchforstungen in jüngeren Beständen und kleinerem Mengenanfall. Bei der maschinellen Holzernte mit Harvester werden überwiegend Fixlängen und Industrieholz geschnitten.
Kurzholz bzw. Fixlängen, auch Standardlängen genannt, werden in der Regel in Abschnitten mit den Längen von 4,10 m und 5,10 m ausgehalten. Der Stockdurchmesser sollte in der Regel 55 cm o. R. nicht überschreiten und der Zopfdurchmesser 12 cm o. R. nicht unterschreiten. Bei Fichte in jüngeren Beständen ist die Länge von 4,10 m in stärkeren Beständen 5,10 m mit 4,10 m mitgehend sinnvoll. Bei anfallender Kiefer wird aufgrund der Krümmung eine grundsätzliche Länge von 4,10 m empfohlen.

Die WBV Kronach-Rothenkirchen hat jedoch die Möglichkeit, auch stärkere Fixlängen mit einem größeren Stockdurchmesser als 55 cm o. R. ohne Preisabschläge zu vermarkten. Hierzu bitte Rücksprache mit dem WBV-Büro in Teuschnitz.
Grundlage für die Abrechnung sind die Werkseingangsmaße und die Werkssortierung. Von Seiten der WBV wird nur Holz an Sägewerke mit einer amtlich geeichten Anlage verkauft.
Da sich die Wunschlängen der Sägewerke bedingt durch die Absatzmöglichkeiten von Schnittholz ändern können, sollten vor Beginn einer Maßnahme die aktuellen Aushaltungskriterien mit der Geschäftsstelle abgesprochen werden.
Bei kleinerem Holzanfall ist es sinnvoller Fixlängen auszuhalten, da diese logistisch besser zugeladen werden können als Langholz.

Industrieholz

Im Industrieholzbereich wird zwischen zwei Güten unterschieden:
• IS N (gesund - frisch)
Als Papierholz eignet sich Frischholz von Fichte und Tanne. Der Mindestzopf liegt bei 8 cm und der maximale Stockdurchmesser bei 30 cm. Fäule ist nicht zulässig.
Die Nennlänge ist 2m.
• IS F/K (fehlerhaft - krank)
In diesem Sortiment können die extrem starkastigen, faulen, trockenen, teilweise anbrüchigen Stammstücke vermarktet werden. Der Mindestzopf liegt bei 8 cm und der maximale Stockdurchmesser bei 80 cm.
Die Nennlänge ist 2 m.
Fichte, Kiefer, Tanne und Douglasie sind als Zellstoffholz bzw. Spanplattenholz zulässig. Bei einigen Abnehmern ist keine Lärche erlaubt.

Wertholz

Für hervorragende Qualitäten im Nadel – und Laubholzbereich sind überdurchschnittliche Erlöse bei den lokalen Submissionen und Versteigerungen zu erzielen.
Aus unserer Region kommen überwiegend Fichten- und Lärchenwertholz zum Verkauf, das über Submissionen oder entsprechenden Wertholzkäufern vermarktet wird.

Qualitätsansprüche Nadelwertholz
Nadelwertholz ist ausgesuchtes, starkes Holz mit vorzüglichen Holzeigenschaften. In der Regel sind es die untersten 4 – 6 m eines Stammes. Diese Abschnitte müssen folgende Kriterien erfüllen:
• einen exzellenten Jahrringaufbau (= feinringig und gleichmäßig)
• möglichst „schneeweißes" Holz (= d.h. ohne Fäule)
• möglichst keine Harzgallen
• Astungsnachweis am Stamm (d. h. Trennschnitt bei Astquirl)

Im Wesentlichen handelt es sich beim Nadelwertholz um 2 Sortimente:
1. geastete Stämme (= Astung der Bäume im Jugendalter)
2. sog. Blochholz (= das sind starke Stämme, äußerlich ast- und beulenfrei)

Energieholz

Die Bereitstellung von Energieholz und Vermarktung in Form von Hackschnitzeln ist in unserer Region ein wichtiges Thema geworden.
Aus Forstschutzgründen (speziell die Verhinderung bzw. Ausbreitung des Borkenkäferbefalls) werden bei Holzerntemaßnahmen wenn möglich die Giebel und Astmaterial mit an die Waldstraße gerückt, so dass kein bruttaugliches Material für den Borkenkäfer auf der Fläche bleibt.
Das so bereitgestellte Energieholz wird vor Ort gehackt und in Containern gleich an Hackschnitzel-Heizanlagen geliefert. Die Schule in Pressig wird z. B. mit den Hackschnitzeln aus unserer Region beheizt.

Die Vermarktung der Hackschnitzel und die Organisation von Hacken und Transport werden von der WBV MR-Biomasse GmbH für die WBV Kronach-Rothenkirchen übernommen. Diese wurde von den WBVn Kronach-Rothenkirchen, Rennsteig, Frankenwald, Lichtenfels, Coburg und dem ansässigen Maschinenring gegründet. Außerdem können sich unsere Mitglieder von dem Geschäftsführer - Herrn Alexander Bächer - in Bezug auf Errichtung von Hackschnitzelanlagen auch für den Privathaushalt beraten lassen.

Unser Kooperationspartner bei der Verwertung von Hackschnitzel ist die WBV-MR Bioenergie GmbH,
mit dem Ansprechpartner: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Wissenswertes zum Thema Energieholz erfahren Sie auch auf den Merkblätter der LWF (= Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft).

LWF Merkblatt Nr. 12 - Energieinhalt von Holz
Holz als Brennstoff hilft, die fossilen und nur begrenzt vorhandenen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas zu ersetzen. Als nachwachsender Rohstoff gewährleistet es eine nachhaltige und krisensichere Energieversorgung. Heimisches Holz stärkt zudem die regionale Wertschöpfung. Und: Mit Holz lässt sich sparen. Denn Sie bekommen viel Energie für Ihr Geld!

LWF Merkblatt Nr. 11 - Hackschnitzel richtig lagern!
(Wald-)Hackschnitzel als Energieträger erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Allerdings stehen sowohl die Hackschnitzelerzeuger als auch die Betreiber privater Hackschnitzelheizungen und kommunaler Holz-Heiz(kraft)werke oft vor dem Problem der richtigen Lagerung. Dabei gibt es einiges zu beachten, denn eine unsachgemäße Lagerung fördert die natürlichen Abbauvorgänge, wodurch es zu unnötigen Energieverlusten kommt.

LWF Merkblatt Nr. 10 - Bereitstellung von Waldhackschnitzeln
Die energetische Nutzung von Holz hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Bereitstellung von Waldhackschnitzeln für Biomasseheiz(kraft)werke und der Betrieb kleinerer Hackschnitzelheizungen bieten den Waldbesitzern neue Absatzmöglichkeiten. Notwendige Waldschutzmaßnahmen lassen sich kostendeckend durchführen. Waldhackschnitzelheizungen machen unabhängig von fossilen Brennstoffen.