Holzmarktbericht Frühjahr 2018

Bedingt durch den konjunkturellen Aufschwung waren die Absatzmöglichkeiten der Sägewerke im ersten Quartal 2018 weiterhin gut. Bei fast allen Sägeprodukten kam es im Vergleich zum Vorquartal zu Preiserhöhungen. Besonders zulegen konnte das Verpackungsholz.
Die Versorgung der nadelholzverarbeitenden Betriebe war zu Beginn des Jahres bedingt durch die schlechte Witterung zu gering, was auf Preissteigerungen zum zweiten Quartal hoffen lies. Diese Hoffnung zerstörte jedoch das Orkantief Friedericke am 18. Januar 2018, welches in Deutschland auf den Tag genau 11 Jahre nach Sturm Kyrill nach aktuellen Schätzungen knapp 11 Millionen Festmeter Kalamitätsholz verursachte. Im Verlauf des Frühjahres verursachten zudem weitere regionale Stürme zusätzliche Sturmholzmengen.
Zusätzlich zum Kalamitätsholz war die Einschlagstätigkeit im Staatswald im ersten Quartal besonders hoch, was noch mehr Holz auf den Markt spülte. Die Sägewerke nutzten die dadurch gesicherte Versorgung und die guten Absatzmöglichkeiten und erhöhten ihre Einschnittkapazität deutlich.
Im Frankenwald sind wir glücklicherweise vom Sturm wieder einmal verschont geblieben. Außer einzelnen geworfenen und gebrochenen Bäumen ist im ganzen Vereinsgebiet fast kein Schaden entstanden. Nun ist es wichtig, diese Bäume schnellstmöglich aus dem Wald zu bringen, da sich in ihnen jetzt meist der Käfer eingenistet hat.
Bedingt durch die Überversorgung der Holzindustrie kam die Holzabfuhr vor allem im Mai zum Teil merklich ins Stocken. Viele Sägewerke erließen Einfuhrbeschränkungen, was dazu führte, dass Hölzer länger als üblich im Waldlager verblieben und von den Frächtern nicht abgefahren werden durften. Vor allem Fixlängen waren hier betroffen, da diese überwiegend an die überregionale Holzindustrie geliefert werden, welche auch am meisten Sturmholz aus den Schadgebieten erhält. Durch größte Anstrengungen gelang es uns jedoch das dritte Jahr in Folge erneut, alle Hölzer ohne Käferschutzspritzung und schneller als andere WBVen aus dem Wald ins Werk zu bringen.
Ebenfalls gelang es uns, dem Preisdruck noch den kompletten April und fast den ganzen Mai standzuhalten und den Großteil des Frühjahreseinschlages noch zum Preis des ersten Quartals abzurechnen.
Letztlich führte das massive Überangebot am Holzmarkt jedoch dazu, dass in den Vertragsverhandlungen fürs zweite und teils dritte Quartal ein leichter Preisrückgang nicht zu vermeiden war. Derzeit scheint es eher sinnvoll, längerfristige Verträge über den Sommer hinweg abzuschließen, da das trockene, warme Frühjahr eine verstärkte Käferpopulation und davon resultierende Schadhölzer befürchten lässt. Auch hier ist die Prognose für den Frankenwald jedoch weitaus besser, als für andere Teile Bayerns, in denen der Käfer hunderttausende Festmeter Schadholz verursacht. Mehr dazu lesen Sie in einem weiteren Artikel unseres Rundschreibens.
In der beigefügten Tabelle befinden sich die Preisspannen der einzelnen Sortimente mit Stand Mai 2018